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Dienstag, 30. September 2014

Ich sterb

Ich sehe die Linien,  kann das Muster sehn
Ist dies meine Heimat,  kann ich dort bestehn?
Voll Hoffnung und Inbrunst mach ich mich ans Werk
Ich ziehe, ich reisse... und merk wie ich sterb

Gefangen von Klingen,  ein Gitter so scharf
Ein Käfig,  gegen den ich mich gar zu oft warf
Ich bleibe getrennt,  kann niemals eins sein
Will strecken die Flügel,  gehör nicht hier rein!

Ich fühle mich fremd,  verstümmelt,  verblasst
Ich hasse dich,  Leben,  oder bist dus,  das mich hasst?
Ich weiss  nur je mehr meine Ketten ich sprenge
Desto mehr meine Haut ich verletz und versenge

Ein blutiger Klumpen,  tief innen drin
Das ist was ich war,  was ich bleib,  was ich bin
Ein Leben zu lang in Gefangenschaft
Beraubt all meiner Hoffnung, Schönheit und Kraft.  

Die Seele schwankt

Die Seele schwankt,  das Herz tut weh
Der Schmerz,  er wirft mich nach Luv und Lee
Der Körper ächzt wie Schiffsgebälk
Das Haar,  es hängt wie Seetang,  welk

So lange nun bin ich schon fort
Der Sturm treibt mich weiter weg von dem Ort
An dem meine Seele verlangt zu sein
Darum schenk mir ein mehr von dem Wein

Der mich so ruhig vergessen macht
Wohin meine Seele fliegt bei Nacht
Wohin mein Körper so sehr sich sehnt
Wie die die Planke im Bug,  von den Wellen gebrähmt

Kurz bevor sie im Sturm zerbricht
Und meine Seele preisgibt der Gischt
Ein bleicher Blick,  der gurgelnd versinkt
Als mein Körper schweigend ertrinkt

Die Seele,  sie flattert und lacht befreit
Erfreut sich an des Körpers leid
Weil endlich frei sie fliegen kann
Heim zum Vertrauten, Geliebten und Mann. 

Küss das Licht

Trau dich,  schöne, küss das Licht,
Trau dich,  sag"Ich liebe Dich!"

So wunderschön - so zart, so fein,
Ich will ihr nur nahe sein
ich liebe sie, bin ihr verfallen,
Doch meine Worte nur verhallen.

Sie trifft mich tief in meinem Herz
Doch ihr Blick,  er birgt nur Schmerz
Will diese Blüte küssen wach
Die nur blüht heimlich in der Nacht.

Sie hat noch nie ein Wort gewählt
es ist allein ihr Blick, der zählt.
Wie Tau er meine Seele kühlt,
und mir meine Welt zerwühlt.

So wunderschön sie anzusehen,
Wie soll ich da noch widerstehen?
So einzigartig die Gestalt,
Die die geraubt ward mit Gewalt.

Diese Liebe darf nicht sein,
Komm schon, Junge,  wahr den Schein!
Such Dir zu Lieben Deinesgleichen!
doch keine kann meine Seele erreichen.

So halt ich Abstand,  bleibe verzagt
doch plötzlich schaut sie auf und fragt
Sag mir Herr, "Sag, liebst Du mich?"
und mir entfährt: "Ich liebe Dich!"

Ihr Licht,  es leuchtet auf verschüchtert
Als leise "Ich dich auch" sie flüstert.
Und Regeln,  Sitten verlieren die Macht
Als sie sich mir hingibt ,  heute Nacht.  

Wahn

Kälte,  Messer auf der Haut,
Die Seele schreit ohne Laut,
Der Kopf,  der schmerzt,  will schier zerreissen,
Will treten,  kratzen, um mich beißen.

Die Welt,  so düster und so kalt,
Und ich,  verloren,  ohne Halt,
Sich sehnend nach Wärme,  Rücksicht und Sinn,
In der Masse verloren,  frierend und blind.

So schließe schützend  ich mich ein,
In meinen Kokon aus Traum und Schein,
Hoffen,  dass die Seele sich nicht verliert,
Diesmal nicht im Wahn sich verirrt.

Obs mir gelingt,  dem Sog zu entfliehn?
Mich dem heilenden Wirbel  zu entziehn?
Um bald wieder wach in der Welt zu stehn
Ob ich das schaff -  man wird es sehn

Empörung

Ruhig steht er da,  stiehlt sich nen Kuss
Mein Zögern explodiert in Lust.  
Doch hey,  doch nein,  das kann nicht sein! 
Geb ich Dir Grenzen,  halt sie ein! 
Bin doch die Königin meiner Welt,
Wo jeder an mein Wort sich hält! 

Das ist es was mich so verstört 
Dass dieser Mann nicht auf mich hört.  
Und doch, die Knie werden weich 
Mit ihm zu träumen ist so leicht.  
Ein bisschen noch,  ein weitrer Kuss 
Bevor ich dann nach Hause muss.
  
Ich fahre,  laufe,  renne fort
Nach Hause,  an meinen sichern Ort.  
Schon seh ich des Hauses hellen Schein,
Doch etwas bremst,  ich tret nicht ein. 
Ganz verwirrt,  still,  steh ich da, 
Der Wind nur streichelt kühl mein Haar.  
Spür noch seine Lippen,  die mich berühren, 
Hände,  die sanft das Feuer schüren. 
Empörung und Lust umwirbeln  mich 
Ich sollte nicht,  doch will ich dich!

Montag, 3. Juni 2013

Wind

Fragen, Fragen, Fragen
Ich kann erst in ein paar Tagen.
Doch davor, da muss ich noch...
Mist, da ist es schon, das Loch.

Du verwöhntes kleines Ding!
So ist's mit Kind und Ehering!
Andre rennen auch nicht weg,
werfen sich jammernd in den Dreck.

Andre stellen sich der Pflicht,
ausbrechen, das gibt es nicht.
Lerne endlich, erwachsen zu sein,
ersticke die Zweifel bereits im Keim!

In mir schreits: "Was ist it mir?"
"Ich, ich gehe unter hier!"
Mein Geist ist noch ein tanzendes Kind,
das atmen kann nur mit dem Wind.

"Sieh her, ich bin erwachsen und stark."
sagte die Seele bevor sie starb.
und damit dies nicht mein Schicksal sei
lass mich gehen, lass mich frei...

Montag, 20. Mai 2013

Der Wicht

Wann immer sie kommt, die alte Flut,
die Enttäuschung, die Angst und auch die Wut.
Wann immer Du sie suchst, die Schuld
begegne ihr nur mit Geduld
und denke an den armen Wicht,
der Dein Beweis war, und mehr nicht.

Du suchtest die Qual, wolltest das Leid,
trugst es wie ein schmückendes Kleid.
Kämpftest wie ein Löwin stark
um zu erreichen den glorreichen Tag
an dem er ganz und gar Dir gehöre
und er sich ganz in Dir verlöre.

Doch was geschah, kaum, dass es erreicht?
Das ersehnte Ziel wurde Dir gleich.
Denn was Du suchtest war Friede und Ruh
und diesen Frieden hattest du.
In einem Zuhause beständig und warm,
in Deines geliebtes Mannes Arm.
Doch geniessen konntest Du all das nicht
ohne der Schuld Gegengewicht.

Drum sieh, das was Dein Geist ersehnt
nur selten den Weg zur Zufriedenheit wähnt.
Das, was Du brauchst ist das, was du hast.
Geniesse es ohne die Last,
die Du Dir immer aufgezwungen.
Sieh her, es ist bereits gelungen!
Öffne die Augen, du musst es nur glauben,
hör auf, Dir selber das Leben zu rauben!


Mittwoch, 24. April 2013

Zwei Wege

Du bist das Leben, das ich nicht gelebt.
Der Teil des Netzes, den ich nicht gewebt.
Die Erfahrung, die ich nicht gemacht.
Bist Du der Tag, dann bin ich die Nacht.

Lockst mich mit deinem lieblichen Schein
"Komm her zu mir, hier willst Du sein!"
Doch wie für die Motte das helle Licht
Bist Du meine Erlösung nicht.

Zwei Straßen, so ungleich wie's nur geht
Und ich, ich wählte meinen Weg.
Wo eine Tür aufgeht, geht eine andre zu.
Und diese Tür, das bist Du.

Dienstag, 2. April 2013

Rosa Monster

Hallo Monster, wie siehst Du heut aus?
Bist du groß wie'n Kirchturm oder mächtig wie'n Haus?
Du versuchst mir den Tag zu versauen
mich zu lähmen und die Zukunft zu verbauen.

Aber nein, Monster, nicht mir mir!
Ich mach Dich zu meinem Kuscheltier!
Kraft meiner Gedanken wirst Du ungefährlich
ein kleines Mönsterchen, vollkommen entbehrlich.

Ich mach Dich fluffig, rosa und pink
niedlich, weich, kuschelig oder flink.
Statt meine Nemesis zu sein
wandern wir gemeinsam über Stock und Stein.
Du bist mein Farbklecks am tristen Tag,
bist mein Beschützer, den ich mag.

Immer wenn Du versuchst ein Monster zu sein
setz ich die Kraft meiner Gedanken ein:
Du schrumpfst und ich nehm Dich auf meinen Arm.
Vorbei ist die Angst vor dem Monster-Alarm!

:)

Wie man sich bettet...



So lange konnte ich nicht verstehen
hab lang es nicht geschafft zu sehen,
dass nicht ich allein trage die Schuld
an Traurigkeit, Leid und Ungeduld,
der Menschen rund um mich herum
dies zu glauben wäre dumm.


Doch manchmal ist es so gesund
für meine Seele, geschunden und wund
einfach Verantwortung abzugeben
nur zu schauen auf mein eigenes Leben.

Vielleicht muss ich garnicht wütend sein
vielleicht auch nicht wahren den schönen Schein
denn jeder Mensch sollte wissen:
Er bettet sich auf seinem eigenen Kissen
und ist es unbequem, sieh her!
Trag nicht ich die Schuld, sondern er!

Wut?

Warum kann ich nicht wütend sein?
Stell ich mir damit selber ein Bein?
Traurig ja, verletzt sowieso.
Ausgelassen, frühlich un froh.

Doch die Wut entgleitet mir
wie ein geübtes Dschungeltier,
das sich im Unterholz versteckt
vom Jäger ewig unentdeckt.


Erfroren

Ich bin zu fragil für diese Welt.
Eine Feder, die statt nur fliegen nur fällt,
unsanft landet auf dem Asphalt
in schmutzigen Pfützen, nass und kalt.

Bald schon sieht gerupft sie aus,
und der Spiegel in meinem Haus
zeigt auch mir mein zerrupftes Ich,
deutlich in den Linien auf meinem Gesicht.

Der Schmerz und die Trauer dieser Welt
so oft aus dem Nichts über mich herfällt,
mich mitnimmt und mich trägt hinfort
an einen trüben grauen Ort.

An dem die Menschheit grausam scheint,
nichts Liebenswertes in sich vereint.
Und ich, einsam und verloren,
dazwischen, nahezu erfroren.

Verzagtes Herz

Verzagtes Herz
verdrängter Schmerz
Zweifel, der immer währt
und sich nicht um Wahrheit schert.

Doch Dein Herz ist zu schön
viel zu schön um zu vergehn
in diesem Morast
in dem Du Dich verfangen hast.

Ein Gemüt so sanft
wie nur eine Mutter sein kann
Du kümmerst und liebst
bist glücklich wenn du gibst.

Bist weich und warm
bin geborgen in deinem Arm
will der sein, an den Du Dich lehnst
wenn nach Halt du dich sehnst.

Du gibst den Gedanken andrer Gewicht
und verstehst doch Dich selber nicht
Du hörst zu, Du spendest Trost
doch wer tröstet Dich auf seinem Schoß?

Glaub mir, die Herzen fliegen Dir zu
Du eroberst sie im Nu
Lerne, ihnen zu vertrauen
und auf ihre Stärke zu bauen.

Denn auf diesem Fundament
Du Deine Stärke erkennst
Dir Deine Schwäche dann vergibst
und Dich endlich so, wie ich es tu, liebst.

Dienstag, 19. März 2013

Ikebana

Wer liebt das Schöne auf der Welt?
Sanft, wie Tau, der auf Blüten fällt.
Warm, wie Wind am Sommertag
Weich, wie der Schnee, der im Winter lag.

Wer schätzt mich, weiblich wie ich bin?
Selbst Mutter, Liebende und Kind.
Ich bin nicht laut, ich will nicht schrein,
meine Welt ist leise, zart und fein.

Die Nähe und Wärme, die ich gebe,
schützt, heilt und feiert das Leben.
Und es ist gut so wie ich bin,
das Yang gibt dem Ying erst seinen Sinn.

Also, Du laute und egoistische Welt:
Ich lebe so wie es mir gefällt.
Nein, ich stimme nicht ein
in Dein Jammern, Rennen und Schrein!

Wasser

Feuer ist einfach nicht meins.
Was habt Ihr gegen Wasser und Eis?
Eis konserviert, es lindert Schmerz.
Wasser kommt vom Himmel, es lebt in meinem Herz.

Ja, dies ist mein Element
weil ohne Wasser die Erde verbrennt.
Und nichts lebt, nichts sich regt
weil ohne Wasser einfach nichts geht.

Es nährt und liebt Dich, so wie ich,
die nährend und liebend und weiblich ist.
Sanft und zart fliesst es dahin
doch wenn die Flut kommt, dann rat ich Dir: Schwimm!

Denn Wasser ist nicht sanft allein,
es kann auch wütend und brausend sein.
Wasser hat alles, was das Leben gibt
drum lieb ich das Wasser so wie ich das Leben lieb.

Und Ihr, die Ihr das Feuer vergöttert,
immer den Sturm sucht und das Gewitter.
Schaut mit offenen Augen in die Welt
ist Feuer wirklich die einz'ge Macht, die gefällt?

Samstag, 9. Februar 2013

Wiegenlied

Bleib liegen, mein Kind.
Es streichelt Dich der Wind.
Schlüpf unter meine Schwingen,
wo tröstende Worte erklingen.
Werde ruhig, hier kannst Du sein.
Ich bin Dein Hafen, Dein Anker, Dein Stein.

Auf Deiner Stirn fühl kühl meine Hand,
fühl Dich geborgen und erkannt.
Ich sorge dafür, dass keiner Dich findet.
Mein Mantel er schützt, er kühlt und er lindert.
Bald wirst Du geheilt sein, der Schmerz verraucht.
Bleib liegen, ich halt Dich solange es braucht.

Einst schützte mein Körper Dich vor Schmerz.
Lagst eng und nah unter meinem Herz.
Ich schenkte Dir das Leben,
nun lass meine Liebe Dir Geborgenheit geben.

-Ich-